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Ortsgemeinde Riedenwappen-rieden1
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56745 Rieden

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Mundart - das Riddener Platt

In Rieden wird Dialekt gesprochen, „Platt“ wie wir auch sagen. Diese Mundart ist eine regionale Sprachvarietät, die lokale Ausprägungen hat. So unterscheiden sich diverse Wörter in ihrer Aussprache schon von Ort zu Ort. Wer dabei als Auswärtiger das Riddener Platt, also den Riedener Dialekt, vielleicht gerade noch so versteht, der wird spätestens beim Mayener Platt, der Dialekt der Kreisstadt Mayen, an seine linguistischen Grenzen stoßen, obwohl die beiden Orte gerade mal 13 Kilometer trennen.

Aber zunächst mal ein kleiner geschichtlicher Exkurs.
Das Riddener Platt ist eine regionale Dialektvarietät des moselfränkischen Dialektes und zählt zu der Eifeler Mundart, dem Eifelisch. Regional begrenzt ist es auf die südliche Eifel und den nördlichen Hunsrück, von Trier bis zum Rhein. Während die Grenzen im Westen, Süden und Osten fließend sind, ist die Grenze im Norden ziemlich fixiert. Auf einer Linie des Nordteils des Eifelkreises Bitburg-Prüm über Kronenburg, Blankenheim, Nettersheim, Altenahr und Ahrweiler entlang des Vinxtbachs bis zu dessen Mündung in den Rhein bei Bad Breisig. Hier verlief die alte römische Grenze zwischen Germania superior und Germania inferior. In der Feudalzeit lag hier die Grenze zwischen Kurtrier und Kurköln und heute verläuft die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hier entlang. Diese Linie teilt die Eifel in den moselfränkischen und den ripuarischen Dialektraum. Während die moselfränkische Mundart stark der luxemburger Sprache ähnelt, gehört der ripuarische Dialekt zum Kölschen. Bei dieser Differenzierung wird klar, warum sowohl Kölsche und wie auch Eifeler etwas brüskiert wirken, wenn ihre Sprache mit „Rheinisch“ betituliert wird.

Obwohl Dialekte in ganz Deutschland und in den angrenzenden deutschsprachigen Nachbarländern gesprochen wird, nennt ein Beitrag der Deutschen Welle aus dem Jahr 2009 den moselfränkischen Dialekt einen „Exoten“ unter den deutschen Dialekten. „Sie (die Sprache) klinge bunt, wild und ganz anders“, dabei „habe sie in ihrer volltönenden Breite etwas ungemein treuherziges und gemütliches“.

Der Dialektsprechenden Person eigentümlich ist, wie scheinbar mühelos sie quasi von einem Moment zum anderen, von einem Satz übergangslos zum anderen vom Platt ins Hochdeutsche wechseln kann und umgekehrt, und in einer Unterhaltung mit mehreren Personen mit unterschiedlich starker Dialektausprägung, dies zu unterscheiden weiß und mit einer Person Dialekt und mit der anderen Hochdeutsch spricht, über das ein und das selbe Thema.

Oft wird Moselfränkisch von anderen Deutschsprechenden außerhalb der moselfränkischen Sprachgruppe nur schwer oder überhaupt nicht verstanden. Nie wird der Autor vergessen, wie ein in den Ruhestand zu verabschiedender Mitarbeiter nach Aufforderung seines Chefs noch einige Worte an die Belegschaft richtete und dabei im tiefsten Mayener Platt in derbster Weise über seinen Chef herzog, wobei dieser direkt neben ihm stand und freundlich lächelte, weil er offensichtlich aufgrund seiner norddeutschen Herkunft kein Wort verstand. Ob er im tiefsten Inneren anhand der Reaktionen der Belegschaft ahnte, was da vor sich ging, oder nicht, wird sein Geheimnis bleiben.

Leider nimmt die Zahl der Mundartsprechenden etwa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts mit jeder Generation stark ab.

Für unsere Neubürger und Gäste soll diese Exkursion kein Grund zur Sorge sein. Wenn Sie etwas nicht verstehen, fragen Sie. Und vergessen Sie nicht: Vom Dialekt her ist jeder Nicht-Muttersprachler im Dialekttechnischen Ausland. So können wir auch sicherlich etwas von Ihnen lernen.

Eine kleine Kostprobe gefällig?  Heavens a Beer - Eine Band singt in Eifeler Mundart

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