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Mundart soll leben: Riddener Platt für die nächste Generation

Zwölf Kinder sind in das Gartenhäuschen von Monika Hackenbruch gekommen, um sich mit dem Riddene Platt zu beschäftigen. Foto: Raphael MarkertZwölf Kinder sind in das Gartenhäuschen von Monika Hackenbruch gekommen, um sich mit dem Riddene Platt zu beschäftigen. Foto: Raphael MarkertRieden. Draußen ist es kalt, es regnet in Strömen, doch im Gartenhäuschen von Monika Hackenbruch bullert der Holzofen. Stimmgewirr erfüllt das "Jaartehäusche", wie die 68-Jährige es nennt. Um sie herum sitzen zwölf Kinder, reden, lachen. "Seid nicht so laut, und wenn ihr schwätzt, dann sollt ihr Riddene Platt schwätze", verschafft sich Hackenbruch Gehör. In einem wöchentlichen Kurs möchte sie der Riedener Jugend von nun an den lokalen Dialekt näherbringen - denn der ist längst vom Aussterben bedroht, meint die Rentnerin.

Sie selbst hat das Riddene Platt schon in der Schule gelernt - und liebt ihren Dialekt: "Platt ist Heimat", sagt Hackenbruch. Umso mehr bereitet ihr der immer kleiner werdende Anteil Platt sprechender Kinder Sorgen. "Dabei erleichtert der Dialekt einen späteren Einstieg in eine Fremdsprache", ist sie sich sicher.

In Rieden weiß man die ehrenamtlichen Bemühungen der Rentnerin zu schätzen. Denn gerade viele der Großeltern im Eifeldorf sprechen den Dialekt und haben dagegen ihre Probleme mit Hochdeutsch - so auch die der siebenjährigen Kursteilnehmerin Eva Kowall: "Sobald ich besser Platt rede, kann ich auch bei Oma und Opa mitreden", erzählt sie lachend und widmet sich wieder ihrem Notizblock. Darin hat sie in Schönschrift die Vokabeln notiert, die Hackenbruch den Kindern zwischen 6 und 13 Jahren beigebracht hat.

Dass eine Brombeere in Rieden "Brämele", eine Kartoffel "Krombere" und ein Taschentuch "Sackdoch" heißt, ist für viele der Kursteilnehmer neu. Andere haben die Wörter schon zu Hause aufgeschnappt. "Trotzdem fangen wir ganz von vorn an", erklärt Hackenbruch, die vor ihrem Ruhestand ein eigenes Hotel geführt hat. Mit Sachgegenständen und Tieren geht es los, dann versucht sich der Kurs auch an ganzen Sätzen, sagt die Ehrenamtliche. "In watt für 'ne Schull gehst dau?", fragt sie einen Jungen in der Runde. "Ich john on de Riddene Schull", antwortet der, und Hackenbruch freut sich. Sie weiß, dass sie mit den Kindern auf dem richtigen Weg ist.

Sogar einen Kuchen hat die 68-Jährige gebacken, auf dem Tisch stehen Chips, Fruchtgummi und Limonade. "Mir liegen die Kinder wirklich am Herzen", sagt sie, "und wenn sie dann noch etwas lernen, ist das das Größte für mich." Dass den Kursteilnehmern das Sprechen eines Dialektes auch mal im Wege stehen könnte, glaubt sie nicht: "So etwas ist kein Hindernis, sondern nur ein Gewinn."

Spielerisches Lernen ist ihr Konzept. Beim nächsten Treffen möchte sie mit ihren Schützlingen Pizzen backen - natürlich ist in der Küche dann Riddene Platt die offizielle Amtssprache. Als die 68-Jährige die Kinder nach ihrem Lieblingsbelag fragt, bricht in dem kleinen Raum wieder Tumult aus. Doch ein paar Brocken des Dialektes sind aus dem bunten Wortgemenge schon zu verstehen. Als Hackenbruch nach anderthalb Stunden die Tür hinter dem letzten Kind schließt, bleibt ihre Gewissheit: Es kann gelingen, das Riddene Platt als ein Stuck Eifeler Kultur zu bewahren - zumindest ist noch kein Teilnehmer abgesprungen.

Quelle:
Rhein-Zeitung vom 21.10.2016, Raphael Markert

  

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